
„Mehr Qualität und verbesserte Leistungen bei effizienterer Verzahnung erfordern eine adäquate Vergütung. Der Leistungszugang darf keine Frage des Einkommens sein!“
Der Koalitionsvertrag zeigt, dass sich die neue Regierung eine Menge vorgenommen hat. Selbst wenn die Ausführungen zumeist im Konjunktiv gehalten sind, so zeigen sich doch zumindest dem vereinbarten Willen nach zum Teil nachhaltige Veränderungsabsichten. Hierunter ist sicherlich auch diese zu subsumieren, wonach langfristig das bestehende Ausgleichssystem in eine Ordnung mit u. a. einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen überführt wird. Auch wenn es aus betriebswirtschaftlicher Sicht – wonach der Begriff der Langfristigkeit zumeist einen Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren beschreibt – nicht mehr die laufende Legislaturperiode betrifft, sind sich die Koalitionäre hier einig und wählen die Form des Indikativs.
Alle Beteiligten dürften sicherlich erfreut sein, dass die Regierung das Gesundheitswesen innovationsfreundlich und leistungsgerecht gestalten wird; jedoch stellt das aufgenommene Ziel der Demografiefestigkeit einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel dar. Auch die Sicherung der Krankenhäuser in den Regionen sowie die der ambulanten Flächenversorgung zeigen klare Signale.
Auffällig ist, dass der noch vor Monaten als so wichtig hervorgehobene Morbi-RSA mit all seinen Ausprägungen der Dokumentation reduziert wird. Ferner sticht es hervor, dass die Krankenkassen Spielräume erhalten sollen, um gute Verträge gestalten zu können. Hier soll sich vermutlich die berühmte Win-win-Situation ableiten lassen. Inwieweit dies der Fall sein wird, ist fraglich. Eines jedoch dürfte alle Beteiligten der Gesundheitswirtschaft freuen: „Beitrag und Leistung müssen in einem adäquaten Verhältnis stehen“ – zumindest dann, wenn der Beitrag dem (Qualitäts-)Leistungserbringer zugutekommt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen ein erkenntnisreiches 8. BGF zu dem Thema „Qualitätsorientierte Vergütung“.
Prof. Dr. Andreas H. Grün
Hochschullehrer des Freistaates Bayern,
Direktor der BGM GmbH, 2. Vorsitzender BGM e. V.